Vorläufige neue Mietobergrenzen für Kiel ab 01.01.2019

In Kiel gelten ab 01.01.2019 vorläufig die nachfolgenden neuen Mietobergrenzen (bruttokalt):

Personen im Haushalt Anzuerkennende Wohnungsgröße (in qm) Mietobergrenze in Euro
1-Personenhaushalt < 50 374,00
2-Personenhaushalt > 50 – < 60 426,00
3-Personenhaushalt > 60 – < 75 553,00
4-Personenhaushalt > 75 – < 85 665,50
5-Personenhaushalt > 85 – < 95 754,50
6-Personenhaushalt > 95 – < 105 831,50
7-Personenhaushalt > 105 – < 115 908,00
Mehrbetrag für jedes weitere Familienmitglied 10 76,50

Weitergehende Informationen finden sich hier:

Geschäftliche Mitteilung zu den neuen Kieler Mietobergrenzen 2019

Geschäftliche Mitteilung zum neuen Kieler Mietspiegel 2019

Das Jobcenter Kiel weist auf seiner aktuelle Homepage bis heute (Stand 22.02.2019) noch die alten Mietobergrenzen aus (ganz nach unten scrollen).

Zu den abschließenden Kieler Mietobergrenzen ab 01.01.2019 siehe hier:

(Wieder) Neue Mietobergrenzen für Kiel ab 01.01.2019

Rechtsanwalt Helge Hildebrandt


8 Kommentare on “Vorläufige neue Mietobergrenzen für Kiel ab 01.01.2019”

  1. MartinaBC19 sagt:

    Auch diese neuen Obergrenzen dürften kaum dazu führen, dass sich die „Armutsghettoisierung“ in Stadtteilen wie Gaarden, Elmschenhagen oder Dietrichsdorf abbaut und z. B. auch für Menschen mit wenig Geld ein Wohnen auf dem Westufer Kiels möglich wäre. Die og. Stadtteile werden, was die Infrastruktur betrifft, extrem vernachlässigt. So ist die Bausubstanz der Häuser oft alt und ungedämmt, schimmelig, heruntergekommen. Die Straßen, Bürgersteige und Fußwege sind in einem teils miserablen Zustand, Straßenreinigung, Rattenbekämpfung und Müllbeseitigung finden gar nicht oder unzureichend statt. Abgesehen davon fehlen immer noch jede Menge Sozialwohnungen, Obdachlosigkeit nimmt eher zu.

    • Zur Wahrheit gehört: Der Stadtteil wird vor allem von nicht ganz wenigen seiner Bewohner sehr vernachlässigt. Und die Bausubstanz der Häuser am Schrevenpark ist auch alt. Trotzdem kostet dort eine Wohnung mehr als ein Haus im Grünen. Auch Gaarden war mal ein attraktives Wohngebiet. Als da noch viele Studenten wohnten. Aber die wohnen alle nicht mehr da. Und das liegt nicht an den schönen alten Häusern in Gaarden.

  2. DiSI sagt:

    Sicherlich gibt es solche Fälle auch, Zitat: „… Der Stadtteil wird vor allem von nicht ganz wenigen seiner Bewohner sehr vernachlässigt. …“
    Wenn eine Gesellschaft bereit ist, weite Teile der Gesellschaft von soziokultureller Teilhabe auszuschließen, dann sinkt die Bereitschaft sich in diese Gesellschaft einzubringen äquivalent.
    Mietspiegel und Mietobergrenze sind zwei Kriterien, die heute unstrittig zusammen gehören und die wesentlich zum gefühlten Mietwucher einen Beitrag leisten.
    Ich wohne in Kiel-Elmschenhagen und kann nicht mal mehr aus dem Stehgreif sagen, wem in den letzten 15 Jahren so alles die Wohnungen „gehörten“. Es gibt zwischen dem Verramschen des Wohnraumes als gesellschaftlicher Besitz, der sich Mietwuchernd der Gesellschaft entzieht, die Tatsache, dass durch die Politiker der Stadt Kiel in Kontinuität die Mietspiegel nach oben angepasst werden. Vermieter sind immer bereit, dann sofort ein Mieterhöhungsverlangen den Mietern zu schicken, um die neu eröffnete Spanne auszureizen. Die höhere Mietrendite schlägt sich seit rund zwei Jahrzehnten nicht mehr in wertsteigernde Ergebnisse nieder. Gegenteilig werden dringende Werterhaltungsmaßnahmen nicht vorgenommen!
    Die Politik ist bemüht, den Vermietern zuzuarbeiten und wirkt als Mietpreissteigerungsmaschine, seit nun einiger Zeit auch zu Gunsten solcher Aktienunternehmen wie Deutsche Wohnen und Vonovia! Im Gegenzug jammern die gleichen politischen Organisationen der Politiker darüber, dass die politisch gewollte Mietpreisbremse nicht wirkt, während sie faktisch permanent „Benzin“ in den Gesellschaftsbrand gießen.
    Man gewinnt auch den Eindruck, dass durch Höherrechnen der möglichen Mietrendite (ohne Gegenleistung) auch die Obdachlosenzahlen im Äquivalent steigen.
    Hat jemand schon einmal eine Mietsenkung in gleicher Breite erlebt? Was wir aber alle erleben:

    Wohnhäuser verlieren mit der Zeit an Wohnqualität und Mieten steigen trotzdem. Gesetzliche Vorgaben, zum Beispiel die die Wärmedämmung bei Dachgeschosswohnungen, werden nur halbherzig, schluderhaft oder garnicht umgesetzt.
    Es geht auch in Kiel nicht mehr um Menschen, sondern um den „schnöden Mammon“, der den Kielerinnen und Kielern so wie andernorts bundesweit oder einfach der Gesellschaft in der Gesamtheit aus der Tasche gezogen wird.

    • Privatisiert man – wie in Kiel um 1999/2000 geschehen – rund 11.000 Wohnungen, die ehemals in kommunaler Hand waren, an eine „Heuschrecke“, darf sich keiner wundern. Angebot und Nachfrage bestimmen dann – wie überall – den Preis. Aber es gibt auch Eigentümer, die viel investieren. Die KN berichteten mal über eine Eigentümerin, die – mit viel Idealismus – in Gaarden ein Mehrfamilienhaus gekauft und gut in Schuss gebracht hat. Leider gab die entnervt auf. Auf den Nachbargrundstücken flog der Müll in den Hof (nicht von den Eigentümern geworfen!), sie wurde der Rattenplage auch in ihrem Haus dadurch nicht mehr Herr, die „ordentlichen Mieter“ in ihrem Haus zogen aus, keine Mieteinnahmen, keine Bewirtschaftung mehr möglich.

      • DiSI sagt:

        Ja, solche Beispiele schrecken von Investitionen ab und rechtzeitig Menschen „sozialisieren“ statt wegzuwerfen, würde sich für die gesamte Gesellschaft am Ende auszahlen. Jetzt ist es wohl so, dass nicht nur Gaarden überwiegend der netten „Vonovia“ gehört und nicht nur Elmschenhagen der überwiegend der „Deutsche Wohnen“…
        Man kann sich bei Lokalpolitikern für diese Entwicklung nur bei jeder Wahl bedanken und damit meine ich ausdrücklich NICHT die andere Heuschrecke – oder hießen die AFD? – wählen, aber trotzdem wählen gehen!
        Steigende Obdachlosigkeit und Mieten die bis zum Anschlag ausgereizt werden, ohne tatsächliche Investitionen, wird am Ende allen in der weitestgehend stummen Gesellschaft auf die Füße fallen.
        Der bekannte Krug geht nur so lange zum Brunnen, bis er bricht…

      • Peter sagt:

        Zu bedenken ist auch, dass der damalige Kaufpreis 250 Mio. DM waren. IIRC hatte die Gesellschaft zu diesem Zeitpunkt noch Verbindlichkeiten in etwa der gleichen Höhe, also 250 Mio. DM. Das bedeutete einen „Preis“ von ca. 500 Mio. DM bzw. 255 Mio. €. Es gehörten auch noch viele Garagen und etliche Gewerbeobjekte dazu, aber selbst die mal außen vor gelassen, ergibt sich ein durchschnittlicher Kaufpreis von ca. 23000 € pro Wohnung. Bei einer Durchschnittsgröße von 65qm dürfte man dafür z.B. heute sicherlich 450€ Kaltmiete ansetzen. Damit zahlt die Stadt nun alle knapp 5 Jahre den damaligen „Kaufpreis“ als Rendite zurück.

  3. Sabine Ehlert sagt:

    Vor allen wieder neue Obergrenze. Die sind viel zu niedrig. Jede Wohnung für eine Person ab 400 Euro. Mann hat keine Chance eine zu finden.

    • Naja, unter 400,00 € gibt es schon Wohnungen zwischen 25 und 50 qm. Im Übrigen würde auch eine Mietobergrenze von 400,00 € bruttokalt für Einpersonenhaushalte nichts daran ändern, dass es in Kiel zu wenig Wohnraum gibt (zumal günstiger Altbestand immer noch munter abgerissen wird, worauf die Stadt durchaus Einfluss hätte). Selbst bei einer MOG von 400,00 € ist es bei der aktuellen Wohnungsmarktsituation durchaus wahrscheinlich, dass sich Vermieter für den alleinstehenden Verdiener und nicht für den Leistungsbezieher entscheiden. Höher MOG sind also kein Zaubermittel, das alle (zum Teil selbst gemachten, siehe Verkauf der der ehemals stadteigenen Wohnungen) Probleme löst.


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